Die Geschichte der Norwegischen Waldkatze ![]()
An dieser Stelle möchten wir Ihnen eine Rasse vorstellen, für deren Entstehung ausschließlich die Natur verantwortlich ist. Die Norwegische Waldkatze hat ihren Ursprung im kalten und rauhen Klima Skandinaviens und ist wohl eine der sagenumwobensten Katzenrassen überhaupt. Wir wissen nicht wie lange sie schon in den Wäldern Norwegens gelebt hat, aber es wurden bereits in der alten Mythologie von Zauber-, Troll- oder Feenkatzen berichtet.
In der "Edda", der wichtigsten Quelle altgermanischer Heldendichtungen, wird von zwei großen langhaarigen Katzen erzählt, die vor den Himmelswaagen der Göttin Freya gespannt waren. Eine Zauberkatze mit langem buschigen Schwanz findet man Mitte des 19. Jahrhunderts in Märchen wieder.
Für viele Norweger ist sie die Katze aus dem Märchen, auf die man auf Wanderungen in der freien Natur stößt. Man vermutet dass die Vorfahren der Norwegischen Waldkatze von Mitteleuropa nach Skandinavien gelangt sind und sich nach und nach den rauhen Witterungsverhältnissen anpassten. Das Fell wurde lang, dicht und wasserabstoßend und die dichte Unterwolle schützte die Tiere vor Kälte und Erfrierungen. Lange Zeit lebten die Waldkatzen unbehelligt und kaum beachtet in den Wäldern und Tälern Norwegens und Schwedens, wo man sie mit viel Glück auch heute noch finden kann.

Sie waren als Mäusefänger gern gesehene Gäste auf den Wald- und Fjordbauernhöfen. Sie übernachtetten in Scheunen und Ställen und mit der Zeit wurden die Lebensbedingungen immer günstiger. Gleichzeitig wurde aber ihr Bestand gefährdet, da sie sich mit dem dominierenden Gen der Kurzhaarkatze vermischte und Nachkommen dieser Verpaarung immer kurzhaarig sind.
Zum Glück nahm sich anfang der Dreißiger eine Gruppe von Katzenliebhabern dieser auffallend schönen Katzen an. Sie erkannten, dass es sich bei den einheimischen Katzen um eine natürlich endstandene Katzenrasse handelte und beschloss, die Waldkatze zu züchten und so in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten. Kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs wurden die Waldkatzen auf einer Ausstellung in Oslo erstmals als Rasse vorgestellt. Es wurde über eine Anerkennung der Tiere als eigene Rasse diskutiert, der Krieg unterbrach diese Überlegung jedoch.
Erst in den 50-ger und 60-ger Jahren wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Nachdem der Landesverband norwegischer Rassekatzenklubs - NRR im Jahre 1963 gegründet wurde die Anerkennung der Waldkatze die Herzenssache des Präsidenten des NRR - Carl Fredrik Nordane. Der damalige Züchterrat errinnerte sich, das man loszog, um zwei Jungtiere in Oslo zu besichtigen. Man hatte von einer prachtvollen roten Katze gehört, aber den Experten traten beinahe Tränen in die Augen, als sie den braun-weiß-getiegerten Pans Truls zu Gesicht bekamen. Er sollte der Prototyp der Rasse werden.

Von nun an ging alles sehr schnell. 1974 fand die erste planmäßige Verpaarung zwischen Pans Truls und einer Katze von Edel Runas statt. In der folgenden Zeit wurde auf Ausstellungen aktiv für die Anerkennung der Rasse geworben. Im Folgejahr - 1975 wurde der erste Klub für Norwegischen Waldkatze - der Norsk Skogkattering unter dem Patronat des norwegischen Dachvernades gegründet. Edel Runas und das Ehepaar Nylund gehörten selbstverständlich zu den Gründungsmitgliedern.
Die Auswahl der Zuchtkatzen war streng und die Anzahl der Katzen die von den Ausstellunmgsrichtern als "echte" Norwegische Waldkatze bewertet wurden, klein. Dennoch gelang die weitere Reinzucht in drei Generationen, die von der FIFe vor der Anerkennung einer neuen Rasse gefordert werden. Im Jahr 1977 war es dann so weit, und es kam die große Feuerprobe - die FIFe Generalversammlung in Paris.
Ganz "Skogkatt" - Norwegen saß zu Hause und zitterte vor Aufregung. Carl Fredrik Nordane und Arvid Engh reißten nach Paris als Vertretung der NRR und präsentierten Prachtfotos von Pans Truls und anderen Waldkatzen und konnten zu guter letzt siegessicher mit der norwegischen Flagge winken und wie sollte es andes sein - Pans Truls wurde als erste Norwegische Waldkatze eingetragen. Helen Nordane, die auf der Zuschauerbank saß telegrafierte nach Norwegen und am gleichen Abend war Truls die wichtigste Nachricht des Tages im Fernsehen. Die Zeitungen folgten rasch.

Von Anfang an wurde der Standart anerkannt und blieb seither grundlegend, wurde 1987 und noch mal 1993 etwas justiert. Die Katze soll nach dem Aussehen und Typus beurteilt werden, nicht nach der Farbe, auch wenn die Rasse nach und nach in verschiedene Untergruppen aufgeteilt wurde, mit Rücksicht auf Ausstellungsgesichtspunkte.
Heute ist die Norwegische Waldkatze in den meißten Ländern der Erdkugel vertreten, ein Triumph für das Naturtier aus den tiefen Wäldern.